Mein liebstes Buch

 
Tamis Blogparade gehört mittlerweile irgendwie schon zum Standardrepertoire meines Blogs. Im Februar fragt sie nach dem Lieblingsbuch . Und wieder - wie jede ihrer Fragen - stellt mich das vor eine Herausforderung. Wie soll man als Bücherwurm ein liebstes Buch benennen?

Ich muss also mal wieder weiter ausholen. Bereits vor einiger Zeit - rund anderthalb Jahre ist das her - fragte mich eine Freundin bei einer Challenge danach, welche zehn Bücher mich am meisten beeindruckt und/oder geprägt haben. Meine Antwort lautete damals:

Harry Potter
Hühnersuppe für die Seele
Gute Geister
Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär
Hundert Namen
Das Lächeln der Fortuna
Inferno
Der Alchimist
Wolkenatlas
Tintenherz
 
Ich werde jetzt diese Liste einmal durchgehen - da müsst ihr durch, liebe Buchfreunde - und erklären, warum keines dieser Bücher mein Lieblingsbuch ist und trotzdem versuchen eine Antwort auf die Frage zu finden. Von hinten:
 
Tintenherz. Eine Welt die Cornelia Funke aufgebaut hat, die ich sehr geliebt habe und voller Personen, die mich fasziniert haben. Die wunderbare Meggie, der großartige Staubfinger, Mo, natürlich, und auch Elinor auf ihre ganz eigene Art. Eine wunderbare Welt, den ersten Band habe ich wirklich geliebt. Aber danach kam ich nicht weiter. Tintenblut las ich zwar irgendwie, aber es gefiel mir nicht und mit Tintentod habe ich nie begonnen. Der Zauber war weg und auch von Tintenherz blieb danach irgendwie nicht mehr so viel. 

Wolkenatlas. Ich habe zuerst den Film "Cloud Atlas" gesehen und muss dabei feststellen, dass es mein Lieblingsfilm ist. Nachdem ich diesen etwa 2-3 mal gesehen habe, fiel mir das Buch von David Mitchell in die Hände und ich verschlang es. Es ist toll! Es ist anders als der Film, die Reihenfolge (erst Film dann Buch) war eine gute Entscheidung. Das Buch ist absolut toll, eine ausgesprochene Leseempfehlung, aber: Ich verbinde damit sonst nichts. Es ist gut, aber ich kann es recht emotionslos lesen. Und dann kann es wohl kein Lieblingsbuch sein.

Der Alchimist. Paulo Coelho ist ein Autor der sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit erfreut. Viele Menschen die ich kenne zählen ihn zu ihren Lieblingsautoren. Seine Bücher gehen tief, entwickeln existenzielle Gedanken und stimmen nachdenklich. Meine Mama schenkte mir den Alchimisten und ich las ihn sehr schnell weg. Ein Zitat daraus wurde mir zu einem Motto:
„Wer immer du bist, oder was immer du tust, wenn du aus tiefster Seele etwas willst, dann wurde dieser Wunsch aus der Weltenseele geboren [...]. Und wenn du etwas ganz fest willst, dann wird das gesamte Universum dazu beitragen, dass du es auch erreichst!“
Das nahm ich mir zu Herzen in der Zeit, in der ich so unglücklich verliebt war. Besser gesagt: Unglücklich verliebt zu sein schien. Denn ich wollte es, aus tiefster Seele. Und ich habe es nun. Und trotzdem ist es nicht mein Lieblingsbuch. Ich habe mich seitdem verändert und mir ist das Buch und seine Gedankenführung zu spirituell geworden. Wobei ich dieses Zitat noch immer liebe.
Inferno. Dan Browns letztes Buch, bisher. Dabei fällt mir eigentlich erst auf, dass es dringend mal wieder Zeit wird für ein Neues. Inferno las ich während unseres Bodensee-Urlaubs 2014. Ich liebe die Person des Robert Langdon (und finde es toll, dass sie in den Verfilmungen mit Tom Hanks besetzt worden ist!) und seine Denk- und Vorgehensweise. Inferno war besonders spannend, außergewöhnlich fesselnd. Und voller Wow-Effekte. Ebenfalls spreche ich hier eine absolute Leseempfehlung aus. Aber ebenfalls fehlen für mich die persönlichen Bindungen und irgendwie ist auch dies nicht mein Lieblingsbuch.

Das Lächeln der Fortuna. Rebecca Gablés historische Romane haben es mir angetan. Das Lächeln der Fortuna war mein erstes davon, der Beginn der Warringham-Reihe. Spannend, voller Intrigen, in einer ganz anderen Zeit. Ich habe es in der Schulzeit gelesen, später irgendwann noch einmal und dann kam vor zwei Jahren eine ungekürzte Ausgabe heraus, die mir mein Freund zum Geburtstag schenke. Gelesen habe ich diese aber noch nicht. Ich verbinde also viel mit dem Buch. Aber für ein Lieblingsbuch ist es mir irgendwie zu düster, zu schwer (in allen Wortbedeutungen) und bringt mich zu selten zum Lächeln.

Hundert Namen. Cecelia Aherns Romane gehören zu den wenigen absoluten "Frauenbüchern" die ich mag. Ihre Romane haben meist eine übernatürliche Komponente, erzählen eine phantastische Geschichte und erwärmen das Herz. Hundert Namen spricht zudem über besondere Menschen, über die schönen Dinge des Lebens und trifft mein Schriftstellerherz ganz besonders. Aber ganz im Gegensatz zum Lächeln der Fortuna ist mir dieses Buch zu leicht. Es ist schön für zwischendurch, es zaubert ein Lächeln ins Gesicht aber es geht nicht so tief wie ich es von einem Lieblingsbuch erwarte.

Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär. Es ist das einzige Buch Walter Moers' das mich wirklich fasziniert hat. Ich habe es als Teenager gelesen und geliebt. Ich habe es dann vor einigen Jahren bei einem Besuch bei meinem Stiefvater ausgeliehen und bisher nicht zurückgegeben. Mein Plan: Mir die neue illustrierte Ausgabe kaufen, sie mir von meinem Freund vorlesen lassen und das andere Buch meinem Stiefvater zurückgeben. Vielleicht. Es ist großartig geschrieben, sehr unterhaltsam, bringt mich immer wieder zum Lachen. Ihr wisst ja schon, dass ein 'aber' kommt. Es ist so phantastisch und fernab dieser Realität, dass ich für mein Alltagsleben wenig daraus mitnehmen kann. Zu wenig für ein Lieblingsbuch.

Gute Geister von Kathryn Stockett war ein Geschenk vom Kindermädchen meines Exfreundes. Ein Wink mit dem Zaunpfahl? Leicht hatte sie es sicher nicht. Gute Geister (verfilmt als "The Help") erzählt eine sehr bewegende Geschichte. Die Geschichte schwarzer Hausmädchen in Mississippi in den 1960er-Jahren. Ein tolles Buch und ich empfehle es ebenfalls sehr gerne. Einmal gelesen reicht allerdings. Ein Lieblingsbuch hingegen sollte Potential haben, immer und immer wieder gelesen zu werden.

Hühnersuppe für die Seele ist eine Kurzgeschichtensammlung und scheidet eigentlich schon deswegen als Lieblingsbuch aus. Die Kurzgeschichte bewegen, machen traurig, nachdenklich, bringen einen zum Lachen. Aber sie sind auch sehr spirituell, viele stark christlich und passen daher nicht mehr so gut zu mir wie noch vor einigen Jahren. Toll für zwischendurch, aber kein Lieblingsbuch (mehr).

Harry Potter. Always. Jeder meiner Leser hat sicherlich mittlerweile meine Harry Potter-Liebe bemerkt (hier z.B.). Der einzige Grund warum es nicht "das Lieblingsbuch" ist? Es ist nicht ein Buch, sondern eine ganze Reihe. Und: Es ist nicht nur ein Buch. Es ist eine Welt. Meine Welt. Es ist viel mehr für mich. Mein Papa trägt die Verantwortung dafür, da er den ersten Band mit nach Hause brachte. Sie stehen alle im Regal, gut behütet, im Regal des Liebsten noch einmal, zusätzlich noch auf Englisch. Derzeit liest er mir den zweiten Teil vor.
 
 

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