Fast 25

Ich sitze hier und meine Fingernägel trocknen gerade. Da kann man ja nur sitzen und warten. In exakt diesem Moment sind es noch 4 Stunden und 10 Minuten bis zu meinem 25. Geburtstag. 25! Ein Vierteljahrhundert. Wow! Es gibt immer wieder so Altersstufen, die irgendwie ein besonderes Gefühl mit sich bringen, finde ich.

Der 10. Geburtstag - 2000. Rundum besonders. Das Millenium-Jahr. Ein neues Jahrtausend, ich zum ersten Mal zweistellig. Der 13. Geburtstag - Teenager. Neuer Wohnort, neue Schule, neu, neu, neu. Der 16. Geburtstag! Schon fast erwachsen, irgendwie, denkt man da. Der 18. Geburtstag, so richtig erwachsen, denkt man da. Der 20. Geburtstag - Studentenleben. 21. Geburtstag, überall volljährig. Und danach kommt erstmal nichts. 22, 23, 24 - alles irgendwie eins. Aber nun. 25. Wow!

Da mache ich mir ganz automatisch Gedanken über mein Leben, meine Wünsche, meine Ziele. Was habe ich? Was will ich? Und was nicht?

[Und an dieser Stelle schaue ich gedankenverloren im Raum umher, finde die schokolierten Orangenscheiben und beginne, sie zu essen.]

Ich möchte eigentlich nun keine Bestandsaufnahme machen von dem was ich alles (erreicht) habe. Denn solche Bestandsaufnahmen verleiten einen dazu, zu vergleichen. Ja, ich habe meinen Bachelorabschluss gemacht. Total gut! Aber meine beste Freundin ist ein Jahr jünger als ich und hat schon fast ihren Masterabschluss. Oder: Ja, ich habe den Mann gefunden, mit dem ich gerne den Rest meines Lebens verbringen möchte, aber die andere Freundin da ist schon verheiratet und hat das erste Kind. Denn ich will mein Glück nicht davon abhängig machen, wie mein Leben im Verhältnis zu anderen Leben ist.


Wie ihr vielleicht wisst (wenn ihr schonmal hier geschaut habt), habe ich eine Liste mit Dingen, die ich gerne tun möchte, in den nächsten 5 Jahren. Diese Liste wird stetig erweitert, teilweise abgehakt, ergänzt und verändert. Ich finde es schön, mir vor Augen zu führen, was ich so machen möchte. Und mir trotzdem die Freiheit zu nehmen, genau das zu tun worauf ich Lust habe.

Manchmal - oder um ehrlich zu sein ziemlich oft - mache ich mir Sorgen. Sorgen, ob ich nach meinem Studium einen Beruf finde, mit dem ich eine Familie haben kann und ja, auch einen gewissen Luxus. Diese Sorgen erstrecken sich natürlich nicht nur auf mich sondern auch auf meinen Liebsten, der ja die gleiche "brotlose Kunst" wie ich studiert. Werden wir unseren Platz finden? Einen Job, der uns Spaß macht, der aber auch gut genug bezahlt ist? Werden wir genug Zeit haben, für die Dinge, die wir mögen, und vor allen Dingen natürlich, für uns?

Wo und wie werden wir wohnen? Wann werden wir Kinder haben? Und wie viele? Und gelingt es uns, die gut zu erziehen? Wird uns das alles gelingen? Werden wir immer wieder viel reisen, etwas von der Welt sehen, Neues kennenlernen? Wird...? Werden...? Und...? So viele offene Fragen, auf die niemand eine Antwort haben kann. Es wird die Zeit zeigen. Und so sehr ich mich darauf freuen, so sorgenvoll bin ich auch.

25 - irgendwie noch immer nicht erwachsen. Aber schon gefährlich nah dran. Die eigene Krankenversicherung ist abgeschlossen. Ein neuer Schritt. Es werden viele Schritte folgen. Es wird Entscheidungen zu treffen geben. Mehr als nur die Frage, welche Farbe meine Nägel bekommen sollen (gerade tardisblau) und was es zum Abendessen geben soll (heute Moussaka). Und was mache ich nun?

Meine Fingernägel sind getrocknet, glaube ich. Ich werde das Schlafzimmer ein wenig aufräumen, damit es geburtstagsschön ist. Und dann werde ich vielleicht endlich mal wieder ein wenig lesen. Ein Vorsatz fürs neue Lebensjahr: Mehr lesen. Ein weiterer wichtiger Vorsatz: Mehr Fremdsprachen lernen.

Irgendwelche Tipps von Euch, zum Älterwerden, zur 25, oder sonst so?
Alles Liebe,

Eure


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