Tag 6: Salisbury - Bath - Bristol (inkl. 12 von 12)

Als wir am Samstagmorgen aufwachten, war mir bereits ziemlich bewusst, dass bereits fast Halbzeit war. Während mir die allerersten Tage ewig lang vorkamen, begann die Zeit langsam zu verfliegen, ein Gefühl, das bei mir immer auch mit etwas Wehmut verbunden ist. Außerdem hatten wir uns bereits darüber abgestimmt, wie die Route grob weitergehen soll und hatten sogar schon eine Fähre zurück gebucht...hachje!

Passend dazu war das Wetter ein wenig grau als wir Salisbury und Maggie verließen. Sie begleitete uns noch zum Auto und versprach uns, dass wir beim nächsten Besuch ein Doppelzimmer kriegen würden (schließlich hatten wir die beiden Nächte in einem Zweibettzimmer verbracht). Wir versprachen ihr dafür, beim nächsten Besuch frühzeitig anzurufen.

Wir erreichten Bath recht bald und entschieden uns, sehr weit außerhalb zu parken und einen Bus in die Stadt zu nehmen. Wir wollten es vermeiden aufgrund hoher Parkkosten unsere Stadtbesuche nicht ausreichend zu genießen. Der Bus war allerdings eigentlich so teuer, dass wir vermutlich auch direkt in der Innenstadt hätten parken können...nungut, wir sparten uns aber die Parkplatzsuche und waren glücklich darüber.

Wir stiegen aus dem Bus aus und erreichten ein enorm hässliches Shopping-Gelände, das wir erst einmal durchqueren mussten um in den schönen Teil der Stadt zu gelangen. Leider hatten wir irgendwie nicht bedacht, dass Samstag ist und die Stadt daher sehr, sehr voll war. Also wirklich enorm voll! Und da auch das Wetter noch immer grau und regnerisch war, wurde auch meine Laune langsam ein wenig schlechter. Die römischen Bäder, die uns von lieben englanderfahrenen Menschen ans Herz gelegt worden sind, waren überfüllt mir regenjackentragenden Menschen und erneut schreckte uns dies in Kombination mit den Eintrittspreisen ab.

Wir liefen weiter durch die Stadt und kamen zur Guildhall, wo wir einen Grund für die vielen Menschen entdeckten:

1/12: Grund der Menschenmassen!

Das Jane Austen-Festival sollte in wenigen Minuten feierlich eröffnet werden. Rund um die Guildhall liefen viele tollgekleidete Menschen, in Jugendstil-Kostümen. Weder mein Freund noch ich sind ausgesprochene Jane Austen-Fans und ließen uns dennoch locken, ein Theaterstück anzusehen: "Pride and Prejudice in 20 Minuten, kurzweilig", versprach uns die Dame am Eingang, die extra aus Deutschland zum Festival angereist war. 20 Minuten später hatten wir keine sehr gute Vorstellung davon, worum es in Pride and Prejudice geht, außer ums Heiraten vieler Töchter, und ich glaube sagen zu können, dass ich Jane Austen nicht näher kam.

Wir liefen weiter durch die regnerische Stadt.

2/12: Schöne Straßen in Bath!
Bath ist ja ganz hübsch, aber mit so extrem vielen Menschen und so viel Regen, machte mir das doch wenig Spaß. Auch der Versuch ein nettes Café zu finden, für einen wärmenden Kaffee oder Tee blieb irgendwie erfolglos. Aber immerhin, immer wieder wirklich schöne Kostüme.

3/12: Schöne Kostüme in Bath!
Wir entschieden uns irgendwann am frühen Vormittag, als es gerade trocken war, uns etwas zu Essen zum Mitnehmen zu holen und uns einen netten freien Platz zu suchen. So fanden wir einen Laden mit Pastries und einen Park, der einen geringen Eintritt forderte - so war es aber immerhin ein wenig leerer und wir hatten einen schönen Blick auf den Fluss.

4/12: Schöne Brücke in Bath (mit Blümchen)!
5/12: Schöne Brücke in Bath (ohne Blümchen)!
Dort spazierten wir dann eine ganze Weile, machten Photos und entdeckten dann Tony. Eigentlich entdeckte Tony uns, glaube ich. Tony Willett hat nämlich seine eigene Camera Obscura, zieht mit dieser ein wenig umher und beeindruckt Leute. Zumindest wir waren von seiner kleinen Camera Obscura enorm beeindruckt.

6/12: In der großartigen Camera Obscura

7/12: Tonys Camera Obscura
Außerdem war Tony ein extrem sympathischer Mann, der, nachdem er hörte, dass wir aus Deutschland kommen, in Deutschbrocken erklärte, wie die Camera Obscura funktioniert. Offenbar schnappt er viel an Worten auf, merkt sie sich und kann alles in einen großen Zusammenhang bringen. Außerdem gab es uns noch ein paar Reisetipps mit auf den Weg und erzählte uns, wo weitere Camera Obscuras stehen.

Wir liefen dann zurück Richtung Stadt und fanden ein nettes kleines Café mit freien Plätzen und Tee mit Scones. Gegen Nachmittag versuchten wir dann mit dem Bus zurück zu unserem Auto zu finden. Ich hatte mir die Buslinie und den Halt, an dem wir eingestiegen waren notiert. Wir liefen zurück durch das hässlichen Shopping-Gebäude-Areal zur Bushaltestelle an der wir ausgestiegen waren - als genau unser Bus kam. Nahm ich an. Zumindest die richtige Linie und so fragte ich den Busfahrer nach der Station - von der er noch nie gehört zu haben schien. Er war verwirrt und ich war verwirrt und er schickte uns zum Info-Center um die Ecke. Die verwiesen auf den Bus mit dem verwirrten Busfahrer, und wir rannten, ohne genau verstanden zu haben was sie sagten, zurück zum Bus um diesen noch zu erreichen. So blieb der Busfahrer verwirrt und wir fragten den netten Mann in der Reihe hinter uns, ob er die Station kenne. Das tat er nicht, aber mit seinem Tablet fand er die Lösung und unsere Station. Denn: Die Stationen stadteinwärts heißen nicht wie die Stationen stadtauswärts. Schlau, oder?

Wir fanden unser Auto und fuhren dann weiter nach Bristol, wo wir uns für zwei weitere Tage eine Unterkunft gebucht hatten. Bristol war auf den ersten Blick anders als die bisherigen süßen englischen Örtchen: Lauter, bunter, schriller, kaputter.

8/12: Bunt ist es in Bristol!
Charmant, aber auf eine andere Art. Unsere Unterkunft war ein Stückchen außerhalb, in einem sehr schönen Wohngebiet. Erneut erwartete uns ein Zweibettzimmer statt eines Doppelzimmers, nunja, muss man mal durch.

Wir checkten ein und beschlossen, direkt die Umgebung zu erkunden. So liefen wir die Straße weiter hinab, entdeckten Hagrids Hütte...
9/12: Oder? Da könnte gut Hagrid leben!
...und danach die Hinweissschilder für eine "Party in the Park". Diesen folgten wir einfach mal und kamen nach einer Weile zu einem großen Sportplatz, auf dem eine Art Nachbarschaftsfest stattfand...oder stattgefunden hatte, der Abbau war am Laufen. Wir schlenderten über den Platz, teilten und eine Zuckerwatte und fanden es irgendwie nett dort. Statt den gekommenen Weg zurückzulaufen gingen wir in eine andere Richtung, die, laut meinem gut funktionierenden Orientierungssinn, auch irgendwann zum Ziel führen könnte.

10/12: Links oder rechts? Hauptsache nicht durch die Spinne...
So verliefen wir uns also ein kleines bisschen, bis ich irgendwann eine Straßenecke wiedererkannte. Wir fanden dann sogar noch einen Supermarkt, kauften Getränke und was zum Knabbern und fanden dann unsere Unterkunft wieder (na klar, auf meinen Orientierungssinn ist doch Verlass!).

Mittlerweile war es aber auch Abend und wir bekamen Hunger. Also verließen wir die Unterkunft wieder auf der Suche nach einem netten Pub. Unsere Gastwirtin hatte uns zwar einen netten Italiener empfohlen, aber da wir natürlich lieber lokal essen wollten, gingen wir doch in eine andere Richtung, verirrten uns noch einmal ein wenig...
11/12: "Like a fooox...on the run!"
 ...und fanden dann ein nettes Pub - das leider überfüllt war. Wir fanden dann aber auch einen Inder und obwohl uns die Karte ein wenig überforderte, blieben wir dort. Ich bestellte ein sehr leckeres Lamm-Ingwer-Gericht mit Knoblauch-Naan und war damit sehr, sehr zufrieden.

Auf dem Weg zur Unterkunft entdeckte ich dann noch ständig Dinge auf dem Boden, die ich unbedingt photographieren musste...

12/12: "Ich muss zurück, da war eine Taube!"


...und dann fielen wir sehr müde in eines der zwei winzigen Bettchen.

Zusammenfassung:


~ Tag 6: Salisbury - Bath - Bristol
~ Entfernung: rund 52 Meilen, also gut 80 km
~ Wetter: Sehr grau, sehr regnerisch, zwischendurch immer mal wieder trocken und sonnig - gemischt, abends gut.
~ Gegessen: Gutes Frühstück, Pastete im Park, Scones zu Tee am Nachmittag und Indisch zu Abend - nicht schlecht.
~ Zufriedenheitslevel: Mittags ein absolutes Tief, ab dem Park kontinuierlich besser!

Das war mein 12. September, daher heute auch exakt 12 Bilder. Die kann ich zwar nicht mehr bei Caro  eintragen, aber das ist ja nicht so wichtig. Gut 500 km sind wir nun schon durch England gefahren und in Bristol angekommen.
Wie geht es weiter? Wie verbringen wir unseren einzigen Sonntag in England?

Seid gespannt,
Eure



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