Die Ruhe vor dem Sturm

Ihr Lieben,

über Ostern habe ich mir eine Auszeit genommen und bin mit meinen Lieben ans Meer gefahren. Das wurde von einigen meiner Mitmenschen durchaus kritisch betrachtet - aber für mich war es absolut nötig. Ich hatte das dringende Bedürfnis nach Meer, Wind, Sand und Strand, Ruhe, vielen Buchseiten und Zeit nur für mich und das, was ich gerade mag. Stur bin ich auch dabei geblieben keinen Computer mitzunehmen und mir auf diese Art wirklich keine Arbeit mitzunehmen. Die Ausnahme war ein Stapel Bücher, teilweise tatsächlich arbeitsrelevant, teilweise habe ich sie sogar gelesen.

Am Gründonnerstag ging es also direkt nach der Arbeit auf dem Markt los auf die Autobahn. Ich liebe Autofahren und dank Reisetabletten konnte ich bereits ein Grimmbuch durchblättern und mir hilfreiche Notizen machen, habe dann aber auch ein wenig geschlafen und wenige Augenblicke später (Augen zu- Augen auf - das kann so schnell gehen!) waren wir fast schon da, an der Ostsee und ich stellte fest: Speicherkarte vergessen. Jeder, der so gerne photographiert wie ich, weiß, wie vernichtend und durchdringend dieses Gefühl sein kann. Glücklicherweise rettete mich der Supermarkt zwischen Kiel und dem kleinen Dorf an der Ostsee aber - denn er hatte geöffnet, verkaufte Speicherkarten und dazu sogar noch Toblerone-Schokolade. Gegen den ersten Panikanfall und fürs Dessert. Eigentlich.






Also stand der Ankunft am Meer nichts mehr im Weg. Meine Tage an der See waren unglaublich voll, voller Termine, Begegnungen, Treffen, Gespräche, Bilder und Momente, viele davon unglaublich schön. Ich war am Meer und beim Trödler, genoss tolles Essen und gute Gespräche, verbrachte Zeit mit lieben Menschen, kaufte schöne Dinge, sah schöne Dinge, hatte tolles Wetter, besuchte Kindheitsorte von mir und von meinem Liebsten, kochte und buk, las und lauschte Musik. Es war eine sehr schöne Zeit, wenn auch nicht ganz so erholend wie es vielleicht gut gewesen wäre. Manchmal muss man auch einfach nichts tun - darin bin ich aber nicht immer gut.






Mein persönlich schönster Moment war der frühe Ostersonntag. Ich stand um 6 Uhr auf und ging, nachdem ich einen Hefeteig fürs Frühstück angesetzt hatte, ans Meer, den Sonnenaufgang genießen. Ich war ganz alleine am Strand, auf der einen Seite ging die Sonne über dem Hafen auf, auf der anderen Seite war noch der Mond zu sehen - das war wunderschön.













Nun bin ich wieder zurück, der Koffer ist halb ausgepackt, die Urlaubsbilder sind sortiert und der Alltag ist wieder da, mehr als zuvor. Denn die Zeit rennt. Ich arbeite an drei Projekten gleichzeitig. Ende April ist die Ausstellungseröffnung meines Projektseminars, für das es unglaublich viel zu tun gibt, was für mich aber die niedrigste Priorität hat. Gleichzeitig schreibe ich an einem Aufsatz übers Waisenhaus für die Festschrift und gleichzeitig schreibe ich an meiner geliebten Bachelorarbeit. Da ist bereits die Hälfte der Bearbeitungszeit um und es liegt noch so viel Arbeit vor mir. Arbeit, die ich sehr mag, und der ich gerne viel mehr Aufmerksamkeit schenken würde. Diese drei Projekte nehmen gerade mein ganzes Leben in Anspruch. Aber nebenbei mag ich doch kochen, backen, für mich lesen, Zeit mit lieben Menschen verbringen und, und, und. Einiges muss ich mir aber wohl für die Zeit ab Mitte Mai aufheben, wenn alles geschafft ist. Für die Zeit gibt es nun auch schon wieder viele Pläne. Denn ich ohne Pläne - das wäre doch undenkbar!

Jetzt muss ich aber erst einmal jeden einzelnen Tag bestmöglich nutzen und gleichzeitig mir immer wieder schöne Dinge überlegen, die mir zwischendurch Kraft geben. Das war zumindest der Rat meiner lieben Brieffreundin, den ich zu gerne befolge. Heute hat das bereits gut geklappt. Und morgen ist ein neuer Tag, an dem ich viel schaffen möchte. Und so arbeite ich mich von Tag zu Tag und freue mich auf die ganz besonderen Lichtblicke der nächsten Zeit.

Ich grüße Euch herzlich,

Eure Schattenmalerin



0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

 

Zuletzt...

gelesen: Suzanne Collins - Catching Fire

gesehen (Kino): Dr. Strange

gesehen (Zuhause- Film): Indiana Jones II

gesehen (Zuhause- Serie): Downton Abbey (Staffel 4)

gewesen (Reise): London.

Piep, piep:

Beliebte Beiträge