Rezension: Ich schreib Dir jeden Tag


Titel: Ich schreib Dir jeden Tag (Orig. I'll be seeing you)
Autor: Suzanne Hayes und Loretta Nyhan
erschien: 2014 bei List Taschenbuch (Ullstein Verlag)
400 Seiten
Taschenbuch: 9,99€
Ich liebe Brief- und Tagebuchromane. Das mag vielerlei Gründe haben. Ich schreibe selbst gerne Briefe und E-Mails und ich mag das Gefühl, wenn einem jemand, den man noch nie gesehen hat, langsam aber sicher ans Herz wächst und man freundschaftliche Gefühle entwickelt.
Genau das findet man in diesem Roman wieder und doch ist es eine ganz andere Situation als es Titel und Covergestaltung vielleicht vermuten lassen. Die Welt von Gloria - Ladygirl - und Rita - Gartenhexe - ist nicht bunt und schillernd, frei und ungezwungen. Denn beide Frauen schreiben sich im Jahr 1943, beide Frauen wohnen in den Vereinigten Staaten und beide Frauen teilen ein Schicksal: Ihre Männer kämpfen im Krieg. Zwischen ihnen beginnt eine Freundschaft, die trotz aller Umstände positiver kaum sein könnte. Die Frauen teilen Ängste und Hoffnungen, Erinnerungen und Erfahrungen, Wünsche und Träume miteinander und als Leser ist man mittendrin.



Vom ersten Brief an war ich begeistert. Der Schreibstil, die Gedankengänge, die Handlung lassen einen sofort eintauchen. Es liest sich leicht, man kann es gut zwischendurch lesen. Und es ist bewegend, man hofft und bangt mit den beiden Frauen.

Neben den vielen Briefen von Gloria an Rita und von Rita an Gloria, bekommt man als Leser auch die Briefwechsel beider mit ihren Männern zu lesen...und noch einige weitere Briefe. Außerdem schreiben sich die beiden Frauen auch Kochrezepte, angepasst an die armen Zeiten. Das ist natürlich besonders für mich als Kochbegeisterte toll.

Meine Bewertung:


Handlung: Spannend, lustig, aufregend, traurig - alles zu seiner Zeit. Manchmal erahnt man bereits was passiert, andere Handlungsverläufe überraschen einen dann wieder. Es werden viele tolle Bilder beschrieben, viele schöne Momente. Es werden wichtige Fragen des Lebens behandelt, viele tolle Ideen behandelt. Trotzdem ist es zu jedem Zeitpunkt verständlich, einfach und klar.
Daher: Gut!





Sprache: Das Buch ist schön geschrieben und die Sprache lebendig und anschaulich. Ich kenne das Original nicht, aber die Übersetzung liest sich gut.





Gefühl: Mit jedem Brief freut man sich oder leidet man mit den beiden Frauen und denkt über ihre Fragen, Sorgen, Ängste und Wünsche nach. Das Buch ist für mich sehr bewegend gewesen und ich konnte mich gut in beide der so unterschiedlichen Frauen hineinversetzen.
Daher: Sehr gut!


 


Gesamt: Es handelt sich nicht um Weltliteratur aber um ein wunderschönes Buch. Ich habe es sehr gerne gelesen und die letzten 245 Seiten in einem Schwung. Es überwiegen auf jeden Fall die Gefühle, die einem mit diesem Buch überbracht werden und die vielen wunderschönen Bilder die im Kontrast zur Zeit des Krieges gemalt werden. Deswegen gebe ich insgesamt, auch wenn es rechnerisch nicht ganz korrekt ist (aber das Gefühl überwiegt eben immer!):



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