Rezension: Das Orangenmädchen

Titel: Das Orangenmädchen (Orig. Appelsinpiken)
Autor: Jostein Gaarder
erschien: 2005 beim Deutschen Taschenbuchverlag (dtv)
192 Seiten
Taschenbuch: 8,90 €.
Seit ich in meiner Jugend 'Sofies Welt' und 'Das Weihnachtsgeheimnis' gelesen habe, mochte ich Jostein Gaarder, was fasziniert von seinen Erzählungen und wollte unbedingt mehr von ihm lesen. So standen seine Bücher lange auf meiner Wunschleseliste, allerdings nie mit einem dringenden Bedürfnis, seine Bücher sofort zu lesen. In einer großen Buchbestellaktion habe ich neulich allerdings direkt drei seiner Romane gekauft, darunter diesen.

'Das Orangenmädchen' begeisterte mich sofort, auch, weil es vom Aufbau einem Briefroman ähnelt. "Mein Vater ist vor elf Jahren gestorben. Und jetzt schreiben wir zusammen ein Buch." steht bereits auf der Buchrückseite. Denn Georg ist 15 Jahre alt und sein Vater starb, als Georg ein kleines Kind war. Nach elf Jahren erhält Georg allerdings einen Brief des Vaters mit einer wundersamen Geschichte, der Geschichte des Orangenmädchens. Und diese Geschichte bekommen auch wir gezählt, in all ihrer Schönheit, Eigenartigkeit und mit all der Liebe die darin steckt.

Ich war auch von diesem Buch wieder sehr schnell gefesselt und konnte es kaum aus der Hand legen. Anfangs hatte ich noch die Befürchtung, dass mich der Handlungsverlauf vielleicht enttäuschen könnte, aber es war schön und blieb schön, mit allen Facetten die Schönheit haben kann.

Meine Bewertung:

Handlung: In der eigentlichen Handlung passiert nicht sehr viel - Georg sitzt und liest. Aber es gibt eine Binnenerzählung. Ich liebe das Konzept von Geschichten in Geschichten. Und so ist diese Binnengeschichte spannend und herzzerreißend, voller Liebe und Sehnsucht, voller Fragen und Phantasien. Und dann greift wieder die Gegenwart ein und spielt mit der Binnenerzählung, es gibt eine Reaktion, eine Antwort. Jostein Gaarder ist ein unglaublich kreativer Mensch, hat viele Ideen, viele davon verrückt. Man merkt, dass er Philosoph ist, denn er wirft viele Fragen auf, über die man sich Gedanken machen kann und muss. Dafür:








Sprache: Auch bei diesem Buch habe ich natürlich 'nur' die Übersetzung gelesen - diese liest sich sehr gut. Die Wortwahl ist manchmal ausgefallen, die Sprache sehr blumig, passt zu den wunderschönen Bildern, die skizziert werden, zu den verrückten Ideen und Phantasien, die geträumt werden. Sehr schön!







Gefühl: Man kennt die Ausgangssituation und weiß, dass man auf viel Emotionalität treffen wird. Wie reagiert ein 15-Jähriger, der einen Brief von seinem längst verstorbenen Vater erhält? Was schreibt ein Vater, kurz bevor er sterben wird? Die Vater-Sohn-Geschichte, die erzählt wird, ist rührend, schön und geht ans Herz. Aber auch die Geschichte ums Orangenmädchen ist wunderschön. Wunder-, wunderschön! Ich habe die Geschichte geliebt.
So viel Gefühl:



 


Gesamt: Es ist kein so verworrenes Buch, wie 'Sofies Welt' oder 'Das Weihnachtsgeheimnis'. Es ist eine klare Erzählung, die einfach schön ist. Es wird von Menschen erzählt, vom Leben, von Liebe und Trauer und es werden Fragen gestellt, mit denen man sich irgendwann im Leben beschäftigen wird.

"Ich überlege rasch. Mir bleibt nur eine Sekunde, um etwas zu sagen oder zu tun, was dafür sorgte, dass mich das Orangenmädchen niemals vergessen konnte. [...] Aber ich kann die richtigen Worte nicht finden, Georg, die Auswahl ist viel zu groß."

Wenn ihr wissen wollt, ob etwas gesagt wird, und wenn ja, was gesagt wird - ich empfehle Euch dieses Buch. Von ganzem Herzen. Und verleihe es gern.
Dafür kann ich nur die beste Empfehlung geben:




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