Vom Suchen und Finden

Ihr Lieben,

wer mich kennt weiß, dass ich dazu neige, ein klein wenig chaotisch zu sein. Wer mich gut kennt streicht vielleicht das "klein wenig". Normalerweise ist das kein großes Problem, da ich mich in meinem Chaos gut zurechtfinde. Wenn ich Dinge suche, was natürlich immer mal wieder vorkommt, dann finde ich sie meist recht schnell. Wenn ich sie nicht schnell finde, dann finde ich sie allerdings meist gar nicht. So geht es mir seit zwei Tagen mit meiner Uni-Bibliothekskarte. Spurlos verschwunden. Das letzte Mal etwas entliehen habe ich im Oktober, seitdem habe ich die Karte nicht gebraucht. Vor meinem London-Urlaub habe ich sie vermutlich aus dem Portemonnaie genommen. Und danach nicht wieder eingeräumt? Zu meinem Geburtstag habe ich ein neues Portemonnaie bekommen. Dort ist die Karte vermutlich nie eingeräumt worden. Das alte Portemonnaie ist leer. Und nun begann also die Suche nach einer kleinen Karte. So groß wie jede andere Geld-, Treue-, oder Kundenkarte. Wie groß sind also die Chancen sie zu finden?

Ich suchte, suchte, suchte...ich fand den Stapel mit den Karten, die ich vor London aus dem Portemonnaie genommen hatte- leider war die Bibliothekskarte nicht dabei. Ich suchte weiter und fand:

-meine Fitness-Studio-Karte (eine Gelegenheit die Mitgliedschaft zu kündigen?)
-meine IKEA-Family-Karte (eine Gelegenheit mal wieder zu IKEA zu fahren und Kaffee zu trinken?)
-meinen Bibliotheksausweis aus einer ganz anderen Stadt (nah dran und doch weit weg!)
-eine abgelaufene Krankenversicherungskarte und
-einen Videotheksausweis einer Videothek, die schon seit Monaten, vermutlich seit Jahren geschlossen ist.

Die Gelegenheit der Suche nutzte ich gleich um gemeinsam mit meinem Freund unser Schlafzimmer komplett aufzuräumen und endlich mal unsere riesige Schrankwand umzuräumen, einzuräumen und zu strukturieren. Dabei fand ich viele spannende Sachen, die ich zum Teil zwar gar nicht richtig vermisst hatte, über die ich mich allerdings sehr freute, weil sie mir doch gefehlt hatten.



Gefunden habe ich:

-die Übersicht, was ich demnächst alles gerne kochen möchte
-eine meiner liebsten Stoff-Blumen fürs Haar
-meine silberne Armbanduhr (warum ich sie derzeit so selten trage demnächst in einem gesonderten Blogeintag!)
-einen wunderschönen grünlichen Nagellack, den ich lange nicht getragen habe aber sehr mag
-meine geliebte Sonnenbrille, die ich seit dem Ostsee-Urlaub vergangenen Mai vermisst habe (sie war in einer Stofftüte gemeinsam mit einer Zeit-Ausgabe und wanderte vermutlich vom Strand über den Kofferraum unters Bett)

Aber leider nicht meine Bibliothekskarte. Ich kann mir eigentlich kaum vorstellen, sie verloren zu haben. Aber mittlerweile habe ich eigentlich überall nachgesehen. Ich werde noch ein paar Tage die Augen offen halten, noch einmal alle Taschen überprüfen und dann im Notfall eine neue Beantragen (das ist bei uns an der Uni leider wirklich teuer). Spätestens dann, so wurde mir bereits von vielen Seiten versichert, finde ich die alte Karte vermutlich.

Immerhin haben wir jetzt ein ziemlich ordentliches Schlafzimmer und bei der Gelegenheit haben wir sogar in paar Bilder aufgehängt. Diese beiden habe ich aus dem Nachlass meiner Großtante und nun hängen sie bei uns:


Jetzt ist es doch schon wieder spät geworden. Ich werde mich nun ins Bett kuscheln und vielleicht noch ein paar Zeilen lesen.

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr ein neues Buch habt, an das ihr große Erwartungen habt und es einfach noch nicht aufschlagen könnt? Mir geht es gerade so. Ich bin unglaublich gespannt darauf was das Buch für eine Geschichte erzählt. Noch könnte es jede Geschichte sein (warum muss ich gerade jetzt an Schrödingers Katze denken? Vielleicht weil die Geschichte noch für mich gut und schlecht ist?), noch ist alles möglich. Bisher fasziniert mich das Buch einfach und diese Faszination kann ich noch nicht beenden, ich kann das Buch noch nicht aufschlagen, noch nicht lesen. Das erinnert mich ein wenig an das Gefühl bei Brieffreundschaften, wenn man einen neuen Brief im Briefkasten findet, dieser dann eine Weile auf dem Küchentisch liegt, während man sich einen Kaffee kocht oder ein Glas Wein einschenkt. Ein ungeöffneter Brief mit einer handschriftlichen Adresse, mit meinem Namen in einer fremden Handschrift, das erweckt in mir eine vergleichbare Faszination. Ein wenig fehlt mir das, ich glaube ich brauche mal wieder eine gute Brieffreundschaft.

Huch, das war jetzt doch noch einmal ein weiter ausgeholter Gedanke.

Gute Nacht!
Eure Schattenmalerin

--Nachtrag--

Beim Zähneputzen überlegte ich noch einmal wo ich noch ein weiteres Mal nach dem Bibliotheksausweis suchen könnte. Drei Orte fielen mir schließlich ein:

-das Auto meiner Schwiegeroma: Als wir das letzte Mal Bücher entliehen haben waren wir - so glaube ich- mit dem Auto an der Uni, die Bücher legten wir auf den Rücksitz. Die Karte vielleicht also gedankenlos auch? Liegt die Karte vielleicht noch irgendwo im Auto?
-der Wäschekeller: Sehr unwahrscheinlich aber nicht unmöglich. Lag die Karte vielleicht mal irgendwo und ich habe sie in meine Jeanstasche gesteckt (noch viel unwahrscheinlicher weil ich nur zwei Hosen besitze und sonst immer Kleider oder Röcke trage)?
-diese eine Kiste mit Unterlagen, die im Arbeitszimmer steht: Darein hatten wir irgendwann neulich mal Dinge geworfen, die in der Küche herumlagen. Gut, da habe ich bereits einmal reingeschaut, aber vielleicht ist die Karte doch hineingerutscht?

Da ich weder auf Keller noch auf Auto um diese Zeit noch Lust hatte, kippte ich kurzer Hand die Kiste aus. Und suchte...und fand! Tada! Nach nur zwei Tagen suchen habe ich meine Karte gefunden! Und die Suche hat so viel Gutes mitgebracht. Hach, wie schön!


2 Kommentare:

  1. Ich liebe dein Chaos! Es war und ist immer spannend was du darin noch immer so entdeckst. ;) Zu Ikea müsste ich auch mal wieder... Schön das du die Karte gefunden hast!
    Klaus hat sich hoffendlich eingewöhnt (+eingekriegt) und du kannst schön träumen.
    Alles liebe aus der Ferne

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    1. Meine Liebe!
      Klaus braucht offensichtlich eine etwas größere Eingewöhnungsphase, denn bisher macht er seinen Job ehrlich gesagt miserabel, es ist ehrlich gesagt eher so, als ob ich schlechter und wirrer träume als je zuvor (heute Nacht musste ich mit einem äußerst realistisch wirkenden Tod meiner Schwester umgehen und bin erst kurz vor der Beerdigung, allerdings nach Telephonaten mit beiden meiner Eltern!, aufgewacht!). Vielleicht fängt er die falschen Träume ab?

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