London im November

oder auch "Der Versuch pünktlich zum Gottesdienst in die Westminster Abbey zu kommen, der damit begann, dass wir uns verloren, damit weiterging, dass die Jubilee-Line gesperrt wurde, wir verloren durch London irrten, am Buckingham Palace herauskamen und bis zum Trafalgar Square liefen, auf der Suche nach der Charing Cross Road am Charing Cross landeten und damit endete, dass wir stattdessen viele süße Antiquariate besuchten und schließlich im "The Porcupine" einkehrten, wo wir Anthony kennenlernten" 



Ihr Lieben!

Zwei Jahre ist es her, dass ich mit meiner besten Freundin in London war. Nun war es wieder soweit, doch dieses Mal reiste ich mit meiner Mama hin. Und wieder gibt es meinen Reisebericht!

Am Montag ging es also nach drei Stunden Schlaf bei Regen los. Wir hatten im Airportgästehaus Bremen übernachtet, was sehr nett war und ich jedem nur empfehlen kann. Frühzeitig waren wir am Flughafen, wo wir noch einen Milchkaffee und einen Schokoladenmuffin frühstückten...

...bevor um 7 Uhr der Ryanairflieger startete. Nach nur einer Stunde waren wir drüben und konnten direkt den nächsten terravision-Bus zur Victoria-Station nehmen. In London war es nebelig aber trocken und die lange Busfahrt bot viele Gelegenheit für erste schöne Photos.

Von der Victoria-Station fuhren wir mit der U-Bahn nach Hammersmith, da wir wieder im Abercorn House Hostel übernachten wollten. Obwohl wir mehr als drei Stunden vor der erlaubten Check-In-Zeit dort waren, durften wir sofort einchecken.

Mittlerweile war auch wirklich alles renoviert worden, auch unser Zimmer und man kann sich wirklich nicht beklagen, das Zimmer war sauber, hell und nett eingerichtet, mit Lampe, ohne Waschbecken, alles bestens! Also machten wir uns sofort auf Richtung Notting Hill, wo wir in Jamie Olivers "Recipease" stöberten...

...und leckere Brote kauften (eine Knoblauch-Focaccia und einen Kartoffelring)...
 ...auf dem Portobello Road Market spazierten, Ingwer-Apfelsaft und heißen Zitronen-Ingwer-Tee von einem netten Stand kauften und tranken, Kleider auf offener Straße anprobierten (kalt!), einen tollen Käseladen fanden, in dem es herrlich duftete...

...erneut den besten Kaffee Londons tranken und dazu ein paar Schokoladendatteln aßen...

...und in ganz vielen kleinen Lädchen und an zauberhaften Ständen bummelten und durch kleine Gassen liefen...


... bevor wir uns über Paddington-Station...
...auf Richtung Themse machten. Gegen 16 Uhr kamen wir am Tower Hill an. Die Sonne war bereits untergegangen und wir machten viele tolle Dämmerungsphotos von der Tower Bridge und der Umgebung.




Dann liefen wir entlang der Themse, was wirklich schön war und knusperten die Reste unserer Brote. Vor dem Tate Modern war ein Weihnachtsmarkt, über den wir bummelten und ringsherum war alles schön beleuchtet.



Trotz schmerzender Füße liefen wir weiter die Themse entlang, vorbei am London Eye bis zum Big Ben.


Von dort allerdings nahmen wir dann die U-Bahn nach Hammersmith zurück und kehrten ins "The Swan" ein, ein nettes kleines Pub. Dort gab es gegen die Kälte einen leckeren "Mulled Cider" und gegen den Hunger eine große Portion Fish & Chips.


 Danach im Hostel gab es rund zehn Stunden wunderbaren Schlaf!

Am Dienstag machten wir uns nach heißer Dusche um 9.30 Uhr auf zur U-Bahn um pünktlich zur "Off-Peak"-Zeit eine Tageskarte für die Bahn kaufen zu können. Mit einem Kaffee und Cookies von "Ben's cookies" starteten wir Richtung Westminster.

Von dort fuhren wir mit einem Boot über die Themse nach Greenwich. So eine Bootsfahrt lohnt sich wirklich, man hat einen tollen Blick über die ganze Stadt und kann viele, viele Photos machen...






So kamen wir gegen Mittag an der Royal Naval Academy an und erkundeten die Chapel und die Painted Hall, bevor wir im Park rund um den Null-Meridian spazierten.



Später ging es dann mit der DLR (Docklands Light Railway) über die Canary Wharf in die Innenstadt bis zur Bond Street. Dort passierte etwas Unglaubliches: Es schneite! Rund zwei Minuten standen wir umgeben von Schneeflocken, bevor es zu nieseln begann. Wir bummelten entlang der Mary-le-bone-Straße auf der Suche nach dem im Reiseführer angepriesenen Knopfladen, den wir auch fanden. Wer einen wunderschönen Laden voller Holzschubladen voller bunter, schöner Knöpfe sucht - der wird enttäuscht. Ein kühler, moderner Laden mit wenigen, künstlich arrangierten Knöpfen lud nicht zum Reinkommen ein. Der ebenfalls empfohlene Buchladen Daunt Books hingegen war sehr schön.

Dort entschied ich mich allerdings dazu kein neues Kochbuch zu kaufen sondern irgendwo in einem Antiquariat nach einem schönen gebrauchten Kochbuch zu schauen.

Wir entschieden uns dann dazu zur Westminster Abbey zu fahren um dort um 17 Uhr den Gottesdienst zu besuchen - die Chance, kostenlos in die wunderschöne Kirche zu gelangen. Noch 40 Minuten bis zum Gottesdienst, gut zwei Meilen zwischen beiden Punkten - mit der Jubilee-Line gar kein Problem. Unser Versuch scheiterte an mehreren Punkten: Zunächst verloren wir uns an der U-Bahnhaltestelle, weil meine Mama schon in die Bahn kam, ich aber nicht und der Zug losfuhr. Eine Station später hatten wir uns wieder, die Reise konnte weiter gehen, nur mit weniger Zeit. Dann allerdings war plötzlich die Jubilee-Line gesperrt. Wir beschlossen also bereits am Green Park auszusteigen und den Rest zu Fuß zu laufen. Leider hatte ich allerdings meinen London-Plan verloren, sodass wir den Weg nur erahnen konnten. Als wir um 16.55 Uhr feststellten, dass wir keine Ahnung haben wo genau wir sind und wo die Westminster Abbey ist, war uns klar, dass wir es nicht zum Gottesdienst schaffen würden. Wir kamen dann am Buckingham Palast heraus und liefen weiter Richtung Trafalgar Square- eine sehr schöne Strecke.

Wir kamen dann am Charing Cross heraus, wo wir feststellten, dass dies nicht mit der Charing Cross Road gleichzusetzen ist und nahmen eine U-Bahn zum Leicester Square. Auf der Suche nach dem berühmten Buchladen in der 84 Charing Cross Road kamen wir dann an vielen anderen Antiquariaten vorbei. Leider gibt es in dem Haus mittlerweile nur noch ein Restaurant, sodass wir in einigen der anderen Buchläden nach einem schönen Kochbuch suchten und letztlich ein tolles Käsekochbuch fanden, das sich dann meine Mama kaufte. Mittlerweile waren wir recht erschöpft und beschlossen dann spontan im "The Porcupine" einzukehren. Ich bestellte die Ocean's Pie (Schottischer Lachs, geräuchter Schellfisch und King Prawns in einer Cheddar-Lauch-Sauce, überbacken mit Kartoffelpüree, dazu grüne Bohnen und Babymöhren), meine Mama eine Ziegenkäse-Gemüse-Rolle mit Kartoffelpüree und Zwiebelsauce, dazu gab es ein original britisches Ginger Beer - alles sehr lecker.


Im Anschluss an das Essen nahmen wir uns ein paar Minuten um uns zum bereits erlebten ein paar Notizen zu machen. Über einige Punkte, insbesondere über unseren Irrlauf am Nachmittag, mussten wir so sehr lachen, dass der Kellner auf uns aufmerksam wurde und uns in ein sehr nettes Gespräch verwickelte.

Nach dem Essen beschlossen wir den Weihnachtsmarkt im Hyde Park zu besuchen und bummelten bis er um 22 Uhr schloss darüber.



Da die U-Bahn-Station Hyde Park Corner sehr voll erschien, liefen wir trotz mittlerweile sehr schmerzender Füße bis zur Victoria Station. Dort entdeckten wir einen heranfahrenden Bus mit dem Ziel "Hammersmith" und beschlossen spontan statt mit der U-Bahn mit dem roten Doppeldecker Bus zu fahren. Wir bekamen dann sogar den Platz oben ganz vorne überlassen und verbrachten die sehr lange Fahrt damit, viele Bilder zu machen, bevor wir spät aber glücklich in Hammersmith ins Bett fielen.




Am Mittwoch mussten wir schon packen und checkten bereits um 9 Uhr aus dem Hostel aus. An der U-Bahn-Station bummelten wir dann noch durch verschiedene Läden und kauften letztmals Cookies bei Ben's Cookies. Dann fuhren wir mit der U-Bahn zum Earl's Court weil ich gehört hatte, dass es dort eine blaue Police-Box gibt. Für jeden Doctor Who-Fan eine tolle Vorstellung.

Nach ein paar Photos an der Tardis ("It's bigger on the inside") fuhren wir dann erneut nach Notting Hill und besuchten das Book warehouse. Dort fand ich auf Anhieb viele tolle Kochbücher und entschied mich dann für drei davon. Erneut bummelten wir über den Portobello Markt, besuchten den "Books for cooks"-Laden, den ich ehrlich gesagt nicht so toll fand, wie ich es mir erhofft hatte, und kauften im Anschluß ein leckeres Käsebrötchen. Nach einigen weiteren schönen Läden beschlossen wir bei Jamie Oliver im Recipease etwas zu essen und damit den Kreis zu schließen, bevor es zurück Richtung Flughafen gehen sollte.

Am schönsten Fensterplatz saßen wir und teilten uns eine Portion Avocadocreme auf frischem Brot - so lecker! Dazu gab es hausgemachte Limonade (für mich Blaubeer-Ingwer, für meine Mama Erdbeer). Zum Schluss kauften wir noch ein Stück Schokoladenkuchen sowie eine Tomaten-Focaccia und machten uns dann auf zur Victoria-Station.




Dort verpassten wir unseren Bus, verschenkten unsere noch gültigen U-Bahn-Tageskarten, nahmen einen späteren Bus, steckten stundenlang im Feierabendverkehr fest und kamen schließlich nach einer Hetzjagd über den Flughafen und durch die Sicherheitskontrollen zwei Minuten bevor das Gate schloss am selbigen an. Der Flieger verspätete sich dann aber und bei Nebel und Regen ging es zurück nach Bremen.

Es war eine sehr schöne Zeit mit meiner Mama und wir haben unglaublich viel gesehen. Jetzt bräuchte ich erst einmal eine Menge Erholung, woran aber nicht zu denken ist. Die Uni ist zeitraubend, morgen ist zudem die Generalprobe für unser Theaterstück Schneeweißchen und Rosenrot. Sonntag ist dann die Aufführung, außerdem ja bereits der erste Advent. Geschmückt ist noch nicht, der Adventskalender für meinen Liebsten ist auch noch nicht fertig (und ich glaube auch nicht, dass er weiß, dass der Dezember bald da ist!)...und dann hab ich ja auch bald schon Geburtstag! Es geht alles so schnell!

Ich hoffe Euch hat mein Reisebericht gefallen!
Ich grüße Euch herzlich und wünsche Euch alles Liebe!
Take care,

Eure Schattenmalerin




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