Winterreise.

Schönen guten Abend,

der Alltag ist wieder bei mir, ganz nah und ganz umfassend. Die ersten Unitage des neuen Jahres haben mich sehr glücklich gemacht und mich trotzdem schnell wieder sehr beansprucht. Besonders "meine Germanistik" habe ich über die Weihnachtsferien vermisst, ist mir aufgefallen. Vor Weihnachten habe ich eine Woche lang nahezu in der Uni gelebt (wer sich nicht erinnert...siehe 'Es grimmt gewaltig') und dann war ich die ganzen Ferien über raus. Zurückzukehren, das war ein kleines bisschen wie ankommen, so komisch das klingen mag. Mir fiel erst beim wieder ankommen so richtig auf, was mir fehlte. Die Menschen, die kleinen Gewohnheiten und irgendwie ein bisschen das Gefühl, einen Platz zu haben. Es ist kaum beschreibbar. Der Unistart hat mir auf jeden Fall sehr gut getan.

Und dennoch gab es auch die Momente, schon nach einer Woche, in denen mir auch bewusst ist, was ich an meinem Studium gar nicht mag. Blockseminar am Freitag und Samstag- furchtbar. Ich könnte so viel Nörgeln und ich hab mir während des gesamten Seminars immer wieder Notizen gemacht, was ich alles in einem "Leidensprotokoll" mitteilen könnte. Es wäre sicher unterhaltsam. Und dennoch möchte ich mich auf einen Dank beschränken, für die Sachen und Menschen, die mich motiviert haben:
Danke an die tollen Schokokekse von Edeka, an genügend Kaffee vom Pavillion, an die spannende Lebensgeschichte der Grimm-Geschwister (mit deren Vornamen ich mich auseinander gesetzt habe), danke an meine beste Freundin für telefonische Seelsorge und danke an meinen Grimm-Projektpartner fürs Aufmuntern während des Seminars ("verbotenerweise" via Facebook).

Ganz wichtig war neben all dem Stress, einfach mal Pausen einzulegen. Den Freitagabend alleine und in Ruhe auf dem Sofa zu verbringen, mit Kerzenschein und guter Musik. Samstagabend einfach mal mit vielen lieben Menschen zu  telefonieren, die eigene Familiengeschichte ein wenig zu rekonstruieren (es geht ja nicht, dass ich mich mit den Grimms besser auskenne, als mit meiner eigenen Familie?!). Und heute Nachmittag war ich in einem ganz tollen Konzert zu Schuberts Winterreise, wunderbar gesungen und gespielt, dazu gesprochene und sehr bewegendes Texte von Christian Brückner. Aufgegriffen wurden Schicksale und Anekdoten von Obdachlosen aus unserer Stadt- sehr emotional bewegend. Danach weiß man umso mehr zu schätzen, wie gut man es hat, und wie wenig man sich beklagen sollte über Kleinigkeiten wie Unistress oder zu viel zu tun.

Ich wünsche jedem von uns ganz viele tolle Momente und die Dankbarkeit, diese auch zu schätzen zu wissen.
Alles Liebe,

Eure Schattenmalerin

P.S.:  Der Leiermann
Drüben hinterm Dorfe
steht ein Leiermann
Und mit starren Fingern
dreht er, was er kann.


Barfuß auf dem Eise
schwankt er hin und her
Und sein kleiner Teller
bleibt ihm immer leer.
 
Keiner mag ihn hören,
keiner sieht ihn an,
Und die Hunde knurren
um den alten Mann.

Und er läßt es gehen
alles, wie es will,
Dreht und seine Leier
steht ihm nimmer still.


Wunderlicher Alter,
soll ich mit dir geh'n?
Willst zu meinen Liedern
Deine Leier dreh'n?

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