Glückliche Straßenbahnfahrer

Guten Tag ihr Lieben,

in der letzten Zeit hat es sich oft ergeben, dass ich abends, wenn ich von Freunden heimkomme, mit der letzten Bahn fahre, die hier hoch fährt. Dei Bahn fährt kurz nach Mitternacht in der Stadt los, ist kurz nach halb eins hier und meistens bin ich ab dem Bahnhof der letzte Mensch, in der ganzen Bahn. Der letzte Mensch? Nein, nicht ganz. Denn es gibt ja noch die Straßenbahnfahrer. Und so habe ich es mir angewöhnt, während die Bahn zu meiner Station fährt, ganz nach vorne durchzugehen, um vorne, beim Fahrer auszusteigen und ihm dabei eine gute Nacht zu wünschen. Das mache ich jetzt jedes Mal. Ich weiß nicht, ob ich jetzt schon mehrfach die selben Fahrer hatte, ob es immer verschiedene waren, ob er sich an mich erinnert, wenn er mich schon öfter hatte. Aber wenn die Bahn dann hält, drücke ich auf den Türöffner, drehe mich noch einmal um, sage fröhlich "Gute Nacht" und hüpfe aus der Bahn. Und ich habe das Gefühl, dass die Fahrer davon meistens sehr erstaunt sind. Einige antworten nicht, einige wünschen mir ebenfalls eine gute Nacht. Der Fahrer gestern guckte erst ganz erstaunt, dann erwiederte er meinen Gruß und lachte und nachdem ich aus der Tür gehüpft bin, schaute er mir ungläubig hinterher. Mein Ziel: Ich möchte die Straßenbahnfahrer dieser Stadt ein bisschen glücklicher machen und dazu reichen schon ein paar nette Worte, ein nettes Lächeln, ein Gruß und somit ein unausgesprochener Dank, dass sie ihren Job täglich so gut machen und ich dank ihnen sicher und schnell durch die Stadt komme. Selbst nachts, am Wochenende, an Feiertagen. Danke, liebe Straßenbahnfahrer!

Eure Schattenmalerin, die gerne durch die Gegend hüpft und Grüße verschenkt. Und lächelt. Selbst nachts.

3 Kommentare:

  1. *hihi*
    Das Gleiche mache ich mit den Busfahrern hier. Ich sage immer "Hallo" beim Einsteigen und grinse dabei. Meistens werde ich auch nur verwirrt angeguckt, manchmal grinst wer zurück und fast genauso oft werde ich einfach ignoriert. Aber egal. Bzw. eigentlich noch ein Grund mehr es weiter zu machen ;)

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  2. Das Problem ist hier die Selbstverständlichkeit, mit dem der Großteil der Gesellschaft ihrem Gegenüber in jeder Art begegnet.
    In deinem Beispiel ist es das Verhältnis zwischen Dienstleister und Konsument/Inanspruchnehmer. Man hält es für selbstverständlich, dass man unter anderem in der Straßenbahn sicher (!) von A nach B kommt oder der Bäcker sehr früh aufsteht, um Brötchen für seine Kunden zu backen, eben weil man davon ausgeht, dass derjenige "schon irgendwie" seine tägliche Motivation von irgendwoher bekommt, sei es vor allem durch den monatlichen Verdienst, der ihm den Unterhalt sichert. Arbeiten müssen wir ja alle, da ist er keine Ausnahme.
    Man vergisst bei der Selbstverständlichkeit allerdings, dass hinter dem Fahrer, dem Verkäufer oder dem Bearbeiter ein individueller Charakter steckt, der seine eigene Lebensgeschichte hat und genauso Mensch ist wie jeder andere. Den es aufbaut, wenn er Dank durch seine Mitmenschen bekommt. Viele möchten soetwas erfahren, gehen selbst damit aber sparsam um. Aus Selbstverständlichkeit.
    Mit netten Worten, einem Lächeln und einem besonderen Dank gibt man diesen Menschen ein wenig mehr Motivation für den Tag und das Gefühl, dass sie etwas Gutes für dich getan haben.
    Und ein "Gute Nacht" gibt den Fahrern von dir das angenehme Gefühl, dass sie neben Fahrern auch Mensch sind, die ebenfalls bald zu Bett gehen und schlafen.
    In dieser Hinsicht sollte man viel offener sein und mehr Worte verlieren über das, was man schätzt und schön findet. Auch wenn es selbstverständlich ist. Nicht nur in diesem Verhältnis, sondern auch zwischen Kollegen ("Es war schön, mit dir heute gearbeitet zu haben.") oder Freunden und Familie ("Ich freue mich richtig, dass du gekommen bist." / "Es ist wieder mal toll, mit dir etwas zu unternehmen und Zeit zu verbringen.").
    Es erfreut nicht nur deine Mitmenschen, sondern auch dich, wenn du sie dabei siehst.
    Und ich finde es auch schön, dass du so bist. :)

    Liebe Grüße,
    Mandragora~

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  3. Danke, lieber Mandragora! Ich mag es, wie Du denkst und es wird Zeit, Dir zu schreiben! Danke für Deine Geduld!
    Deine Schattenmalerin und Chaosmädchen

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