Doc13

Guten Abend!

Ein Tag auf der bedeutendsten Kunstausstellung dieser Zeit bringt viele Erkenntnisse:

Die Menschen nehmen sich und ihr Umfeld viel oft viel zu ernst. Über sich und über die Kunst zu lachen, das können viele Menschen leider nicht.

Der Durchschnittsbesucher der Documenta hält sich für den besten Kunstkritiker dieser Zeit und versteht jedes Kunstwerk mit einem Blick. Er muss kaum stehenbleiben, braucht keine Sekunde zum Verstehen, braucht keinen zweiten Blick. Ihn interessiert nicht die Struktur des Kunstwerkes, nicht die Machart, nicht die Besonderheiten. Er muss es nicht auf sich wirken lassen, er erkennt alles sofort. Die Erkenntnis erfasst ihr direkt. Der durchschnittliche Besucher ist so durchschnittlich, dass er alles, was nicht in sein Weltbild fasst, als schlecht und abwertend empfindet und dies durch einen einzigen Blick klar spürbar werden lässt.

Wir allerdings sind mit offenen Augen durch die Ausstellungen gewandert. Haben einiges links liegen gelassen, vor anderen Dingen aber auch lange verweilt. Haben gelacht, nachgedacht und beobachtet. Haben hinterfragt, überlegt und bestaunt. Haben es auf uns wirken lassen. Wollten wissen wie. Wollten versuchen, einige Dinge so genau wie möglich zu erkennen. So nah wie möglich zu sehen. Natürlich darf man die Kunst nicht anfassen, so schade es ist. Aber leider darf man oft auch nicht nah genug an die Dinge, um sie ganz zu erfassen. "Man könnte ja...", "...und es könnte ja sein, dass...", "Bitte nicht zu nah an das Kunstwerk, das ist sehr teuer!", "Einen Schritt weiter weg bitte...". Ich bin ein neugieriger Mensch, das habe ich von vielen Menschen beigebracht bekommen, so wurde ich geprägt. Die Welt mit offenen Aufen sehen und hinterfragen. Leider kommt das nicht immer gut an. Schade. Dennoch: Es ist viel spannender, viel interessanter, viel intensiver. Wir konnten viel mitnehmen, an Eindrücken. Künstlerisch. Aber auch, aus den Gesichtern der anderen Menschen.

Ich wünsche Euch eine gute Nacht, ich muss jetzt erst einmal Eindrücke verarbeiten. Und ich wünsche jedem, egal ob auf der Documenta oder irgendwo sonst auf dieser Welt, dass er voller Neugier und Interesse, mit offenem Herzen und mit Entdeckungsdrang seine Umwelt erkundet, im Kleinen oder Großen, Tag für Tag, und daraus das wichtigste mitnimmt.

Eure Schattenmalerin

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