Menschen

Guten Morgen!

Mein heutiges Thema kommt aus tiefstem Herzen und betrifft jeden von uns. Menschen. Je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger werde ich schlau aus der Menschheit und aus den Menschen als Einzelpersonen. Warum? Kenne ich vielleicht einfach nicht die richtigen Menschen? Oder sind meine Erwartungen zu hoch, an meine Mitmenschen und generell an die Menschheit und die Gesellschaft?
Intoleranz, Ignoranz, Egoismus und Gleichgültigkeit begegnen mir im Alltag leider immer wieder, eigentlich täglich. In der Straßenbahn, in der keiner einem Menschen mit Krücken einem Sitzplatz anbietet, in der Uni, wo sich für die Wahl aufstellende Kandidaten unsozialer sind, als alle anderen, beim Einkaufen, wo überforderte Mütter mit schreienden Kindern auch noch schräg von der Seite angemacht werden- überall, immer. Kennen die Menschen keine Werte mehr? Geht es jedem nur noch um sich selbst? Schaut keiner mehr über den Tellerrand und verhält sich mitmenschlich? Kann das Miteinander wirklich nur noch daraus bestehen, vom Gegenüber zu profitieren, ihn auszubeuten und dann im Regen stehen zu lassen?

Das ist traurig. Aber mindestens genauso traurig ist es für mich, dass selbst die Menschen, die mir nahe stehen oft in dieses Muster zu verfallen scheinen. Und so glaube ich, dass es keinen einzigen Menschen gibt, der mir etwas bedeutet, der in meinem Herzen einen Platz hat, der mich nicht in den vergangenen Wochen irgendwie enttäuscht oder verletzt hat. Vielleicht nicht aus böser Absicht, vielleicht nicht bewusst, vielleicht nicht einmal besonders doll. Aber zumindest so, dass es mir wehtat. Und mit Sicherheit bin auch ich genau so jemand, der jemanden, der mich mag, verletzt hat.

Und all das macht mich traurig.
Eure Schattenmalerin

PS: Nachtrag, einen Tag später: Und dennoch liebe ich und werde es nie aufhören. Denn trotz aller Enttäuschungen und all dem Schmerz, liebe ich das Leben und die Liebe, egal wie weh es manchmal tun kann. Und ja, es gibt eine Hand voll Menschen, die ich lieb habe und liebe, die in meinem Herzen fest verankert sind und ohne die ich nie, nie leben möchte... Oder, wenn es jemals der Fall sein sollte, dass ich sie verliere, die ich nie vergessen werde.


2 Kommentare:

  1. "Der Charakter offenbart sich nicht an großen Taten; an Kleinigkeiten zeigt sich die Natur des Menschen." (Rousseau)
    Leider sind diese Kleinigkeiten heutzutage anscheinend bei den wenigsten vertreten. Viele handeln durch ihre Erfahrung geprägt egoistisch sowie egozentrisch.
    Vielen Menschen mangelt es an empathie oder sie trauen sich nicht sie anzuwenden, weil sie dadurch auffalen und in den Mittelpunkt gestellt werden.
    Es sind die dinge, die man macht während keiner Hinsieht, die einen Charakter prägen, heißt es aus einer mir unbekannten Quelle.. aber auch ich merke in unserer Gesellschaft, dass viele Jugendliche anscheinen Gewaltbereiter, Ethikloser und Rücksichtsloser werden - warum dass so ist.. es gibt verschiedene vielseitige Gründe. Sie reichen von Armut, falsche Freunde, Perspektivlosigkeit bis hin zu langeweile, nicht nachdenkend und "auf Krawall aus". Diese Verhaltensmuster manifestieren sich im Laufe der Jahre. Gleichzeitig kann man feststellen, dass Kinder und Jugendliche, die eine Jugendgruppe, Akzeptanz und Werte in Ihrer Kindheit erfahren haben auch später Rücksichtsvoller zu anderen sind.

    Aber auch bei Personen die viel Empathie besitzen kommt es oft vor, dass sie in Situationen nicht so handeln, wie ihre Mitmenschen es erwarten und somit andere Verletzen. Auch dies kann mehrere Gründe haben. Fest steht meines erachtens: Sie wollen einem nicht wehtun sondern tun dies unbeabsichtigt oder aus Situationen herraus, die sie nicht anders handeln ließen (was ebenfalls nicht bedeutet dass sie einen verletzten wollen oder sich überhaupt bewusst sind dass sie es tuen).
    Es kommt leider auf viele Faktoren an, die sowohl Schulz von Thun mit seinen vier Ohren Modell präsentiert hat als auch Thomas A. Harris, welcher die Beziehungen selbst und die erachtung des Gegenübers untersucht hat.
    Ich habe selbst auch schon oft die Erfahrungen gemacht, dass ich von Freunden schwer enttäuscht wurde, ohne dass sie es mitbekamen oder sich dessen bewusst waren. Aber nie hatte ich das Gefühl, dass sie mich verletzen wolten.
    Aber ich weiß auch, dass ich andere Menschen verletzt habe.. sei es weil ich eigentlich eine Freundschaft retten wollte oder weil ich über meine Wortwahl oder Handlung nicht nachgedacht habe, sondern im Affekt geantwortet habe.

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  2. [blöde Zeichen-Regelung]
    Solche Erfahrungen sind unvermeidbar und gehören zum Leben dazu, die Frage ist wie man damit umgeht, ob man das Gespräch aufsucht, soweiter lebt wie bisher oder durch ein Vorbildfaktor anderen zu zeigen wie es "richtig" geht (zum Beispiel den Stuhl einer anderen Person anbieten). Mit ein bisschen Glück macht es ein anderer Passant einem (iwann) nach und dann hat es sich schon gelohnt es gemacht zu haben, oder man hat die vergewissheit etwas gutes getan zu haben (der Person gegenüber der man den Platz angeboten hat). Wichtig ist, dass du mit deinem Leben selbst im Reinen bist. Wenn die eigene Haltung Glücklich und Fröhlich ist, überträgt sich dies auch auf andere Leute.
    Ich habe mal eine Geschichte gelesen, die ich leider nicht mehr wiederfinde. In ihr ging es um eine Frau die ein Lächeln in die Welt schickte. Die Person die angelächelt wurde hat dieses Lächeln so aufgeheitert, dass sie frohen mutes weiterging und der nächsten Person (die Hilfe brauchte) etwas gutes tat. Diese war von der Tat so überrascht das auch Ihre Stimmung aufheiterte und sie eine gute Tat an andere vollbrachte. Es steigerte sich in der Geschichte so weit rauf, dass die erste Person von einem Polizisten eigentlich einen Strafzettel bekommen sollte, dieser hatte aber auch etwas gutes von einer anderen Person erfahren und verzichtete so auf die Strafe.
    Ich hoffe die Geschichte war einigermaßen verständlich (und richtig beschrieben). Ähnlich wie bei dem Chaostheorie (ein Flügelschlag eines Schmetterlings kann auf der anderen Seite der Erde ein Orkan auslösen) ist auch der Gegenteil möglich. Einmal jemanden was gutes tun kann eine vorher nicht erahnte Welle auslösen die die Welt - zumindest Augenscheinlich - für ein paar Augenblicke zu einem besseren Ort machen kann.

    musicae: ? hm heute anscheinend nicht :)

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