In Gedanken.

Guten Abend da draußen, oder eher gute Nacht.

Heute war mal wieder ein Tag, an dem ich viel nachgedacht habe. Das kommt davon, wenn man alleine ist...man hat Zeit zum Nachdenken. Und momentan bewegt mich viel.
Mein Freund fehlt mir. Eine Woche ist rum, viereinhalb bleiben und die Zeit scheint nicht zu vergehen. Es fehlt mir, meinen Alltag mit ihm zu teilen. Die paar Minuten am Telefon oder auf Skype, was können die schon alleine bewirken? Und nun ist ein Brief zu ihm unterwegs und bei der Post musste ich ernüchternd feststellen: Ein Päckchen zu seinem Geburtstag, das ist einfach zu teuer! Schade! Dabei würde ich seinen Geburtstag doch so gerne besonders machen. Schade, dass ich nicht bei ihm sein kann.

Und dann fehlt mir nicht nur er, sondern auch meine besten Freunde. Beste Freunde! Das ist etwas so wertvolles, was man haben kann. So schwer zu finden! Und ich habe das Glück, ein paar echt wunderbare Menschen gefunden zu haben, die mit mir durchs Leben gehen. Das ist ein wunderbares Gefühl. Aber bei jedem wunderbaren Gefühl gibt es bei mir auch gleichzeitig diese Angst, wichtige Menschen zu verlieren, zu enttäuschen oder zu verletzen. Ich möchte eine gute Freundin sein, für meine Freunde, für meinen Freund. Doch was heißt das für mich? Da sein. Zuhören. Helfen. Ich bin gerne Freunde und genieße es, Freunde zu haben. So gute, so wertvolle. Und doch bin ich einsam, jetzt gerade.

Und außerdem ist da noch immer die Sache mit dem Studium. Wie geht es weiter? Geht es weiter? Ein Rat von einem Menschen, dem man in solch einer Angelegenheit vertraut ist gut. Und so kam dieser Rat wie gerufen, so dringend benötigt und ich war froh, ein paar Zeilen aufmunternde Worte zu lesen, von einem lieben Menschen. Und dann ist da dieses Bedürfnis, zu reden, sich auszutauschen, Zuspruch zu bekommen. Aber ich erkenne, dass es zur Zeit einfach nicht geht, ich habe keine Zeit, keine Möglichkeit hinzufahren und zu reden. Leider. Dabei wäre ein Kaffee und ein gutes Gespräch gerade Balsam für die Seele. Irgendwie.

Und dann auf einmal erscheinen mir meine Probleme ganz winzig, naiv und dumm. Dann lese ich Anzeigen von Menschen in Amerika, die in der Todeszelle sitzen und eine Brieffreundschaft suchen. Die einen Menschen suchen, dem sie sich anvertrauen können, der ihnen zuhört, für sie da ist und mit ihnen durch den Rest des Lebens geht. Menschen, die so ehrlich erzählen, was in ihrem Leben passiert ist. Menschen, die alles verloren haben und teilweise nicht einmal mehr leben, sondern nur vegetieren und auf ihre Bestrafung warten. Dieser Zwiespalt in mit, dass viele dieser Menschen furchtbares getan haben und doch nur Menschen sind, die Liebe suchen. Und denen der Tod durch den Staat bevorsteht. In was für einer Welt leben wir denn? Ich wünsche jedem dieser Suchenden so sehr einen Freund, einen Menschen, der sie versteht oder es versucht, der sie nicht alleine lässt, der einfach da ist. Vielleicht einen Menschen, wie mich, für sie. Ich würde so gerne jedem einzelnen von ihnen schreiben.
Und doch weiß ich, dass ich das nicht kann. Ich kann wahrscheinlich nicht einmal einem von ihnen schreiben. Dazu habe ich einfach nicht die Kraft. Das kann ich seelisch nicht, so sehr ich möchte. Vielleicht später. Wenn ich gelernt habe, stärker zu sein. Wobei mir lieber wäre, wenn es keiner später geben würde, hinsichtlich der Todesstrafe. Denn so etwas darf es nicht geben, in unserer Welt.
Und vielleicht bin ich einfach nur naiv, ich zwanzigjährige Studentin mit meinen kleinen Problemen, die für die Welt so winzig klein und unbedeutend sind. Aber so bin ich nun einmal.

Eure Schattenmalerin

2 Kommentare:

  1. Leider gibt es mehr als 50% aller Länder und Staaten die die Todesstrafe in einer Art und Weise noch haben.. Leider gibt es zu wenig Menschen die sich solchen Menschen, die in der Todeszelle sind, sich brieflich zu wenden. Ich denke das Problem liegt bei vielen das sie nur das schlechte im Menschen sehen und Verachtung für diese Menschen die ein Verbrechen begangen haben hegen.

    Zu deiner eigenen Einsamkeit gibt es ein viel zitiertes Zitat welches auch hier passt: Lass den Kopf nicht hängen sonst kannst du nur die Sterne in der Pfütze sehen.
    Und passend dazu: Freunde sind wie Sterne, du siehst sie nicht immer aber sie werden immer da sein :)

    PS. Was ist mit der 30 Tage Musik Challenge??

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  2. Die musste leider einmal zwei Posts lang aussetzen, weil mir thematisch einfach mal so gar nicht danach war. Ich danke Dir sehr, für Deine Kommentare, für Deine Ideen, Deine Zitate, Deine tollen Musikhinweise, hoffentlich auch weiterhin. Es geht bald weiter, versprochen!

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