Von ungewöhnlichen Helden.

Gestern im Zug begegnete ich einem jungen Mann, der mir -halb freiwillig, halb unfreiwillig- seine Lebensgeschichte erzählte. Er hatte sichtbare Gehprobleme und Krücken und dass, obwohl er gerade mal 30 war. Es fiel ihm sichtbar schwer, sich fortzubewegen und wohl noch schwerer, eine Frau darum zu bitten, seine Koffer zu tragen und ihm beim Umsteigen zu helfen. Die Art, mit der mich darum bat, zeigte, dass er es gewöhnt war, dass man seine Bitte ablehnte, ihn ignorierte und er auf sich allein gestellt war. Selbstverständlich half ich ihm und setzte mich im Zug auch in seine Nähe um mich -trotz der Tatsache, dass ich viel zu tun hatte- mit ihm unterhalten zu können.
Vor mehr als drei Jahren war dieser einst sehr muskelöse Mann mit der Idee seine Freundin zu beeindrucken an der Außenfassade eines Hauses bis in den dritten Stock geklettert. Aus irgendwelchen Grunden rutschte er allerdings ab und fiel schon mit dem Gedanken an das Ende des Lebens aus elf Metern auf den Asphalt. Er überlebte und nach etlichen OPs war es ihm möglich überhaupt wieder zu gehen. Mit einer Metallplatte im Rücken -nähere Details ersparte er mir- sei dieser Fortschritt möglich. Außerdem, so erzählte er mir stolz, sagen die Ärzte, dass er eines Tages wieder vollkommen laufen und rennen könnte. Und sogar wieder Tennis spielen- sein großes Hobby. Als gelernter Maler und Lackierer könne er nun nicht mehr arbeiten, aber deswegen macht er nun sein Fachabitur nach- genug Zeit habe er ja. Achja, und seine Freundin, die blieb auch nicht bei ihm. Dennoch strotze dieser Mann nur vor Lebensmut- daher ist er für mich ein Held! Ich wünsche ihm auf jeden Fall alles Gute, auch wenn das wahrscheinlich eine einmalige Begegnung war...

So wünsche ich allen mehr Mut im Leben!
Eure Schattenmalerin

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